Bezaubernde Geschenkidee: Laliques CHRISTMAS SETS – das Comeback des Bisamapfels

Lalique Christmas SetsDas kommende Weihnachtsfest steht zwar noch nicht gerade unmittelbar vor der Tür – sendet aber schon jetzt seine ersten duftenden Vorboten voraus! Eine besonders schöne und bezaubernde Geschenkidee speziell für duftbegeisterte Damen präsentiert in diesem Jahr das Haus Lalique: Eine mit stilisierten, schillernden Schneeflocken dekorierte, in edlem Schwarz gehaltene Geschenkbox, in der ein Parfumfläschchen ruht.

Gut, soweit noch nicht weiter ungewöhnlich oder atemberaubend. Doch als Dreingabe liegt der Box ein Accessoire bei, wie es Lalique-typischer eigentlich kaum sein könnte: ein Schmuckstück nämlich – eine silberfarbene Halskette. Und mit der hat es etwas ganz Besonderes auf sich…

Der Anhänger der Kette stellt das ikonische Emblem des traditionsreichen Kristall- und Schmuckherstellers Lalique mit den vier Schwalben dar, enthält eine Keramik-Einlage – und genau diese ist der „Clou“ jener Halskette: Denn sie ist zugleich Duftträger, kann also individuell mit dem jeweiligen Lieblingsduft parfümiert werden, und hinterlässt danach bei jedem Schritt der Trägerin des Schmuckstücks eine geheimnisvolle, duftende Spur.

Lalique - Christmas Set

Lalique – Weihnachts-Geschenkset „Le Parfum“

Es war einmal… der Bisamapfel: Geschichte eines olfaktorischen Kult-Schmuckstücks

Die Idee ist dabei gar nicht so neu wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag und hat ein jahrhundertealtes historisches Vorbild: Inspiriert wurde die Lalique-Halskette von einem mittlerweile schon fast in Vergessenheit geratenen einstigen Kult-Schmuckstück, das im Mittelalter Hochkonjunktur hatte: dem „Bisamapfel“. Dabei handelte es sich um eine oft kunstvoll verzierte Duftkugel – eine Mode, die ursprünglich aus dem Orient stammte und von dort wahrscheinlich im Zuge der christlichen Kreuzzüge nach Europa gelangte.

Der Bisamapfel (von Pisam = Moschus), der u.a. auch als Bisambüchse oder -knopf, Riechapfel, Moschuskugel oder Pomander bekannt ist, wurde im Mittelalter und bis ins 18. Jahrhundert hinein von vielen Menschen am Körper oder um den Hals getragen und diente nicht nur dazu, Wohlgeruch zu verbreiten, sondern sollte häufig auch medizinische Zwecke erfüllen.  

Bisamapfel

„Ohne meinen Bisamapfel geh´ ich nicht aus dem Haus“: Das 16. Jahrhundert war die Hochzeit des Riechapfel-Kults. Einen Bisamapfel zu tragen war damals „in“, wie zahlreiche Gemälde aus jener Zeit belegen: Portrait einer venezianischen Frau (unbekannter Maler, ca. 1575), Portrait eines Mannes (Christoph Amberger, 1534) und Portrait einer Frau (Bartholomäus Bruyn der Ältere, 1538), jeweils mit Bisamapfel.

Schon im 13. Jahrhundert empfahl Johannes de Sancto Paulo, ein Lehrer der Medizin, Ambra-Riechäpfel gegen Kopfschmerzen. Aus dem darauffolgenden Jahrhundert sind zahlreiche medizinische Texte überliefert, in denen die duftenden Äpfel u.a. zur Linderung von Verdauungsbeschwerden, zur Stärkung der Abwehrkräfte und der Herzfunktion, ja, sogar zur Steigerung der männlichen Potenz verordnet wurden – „Viagra für die Nase“, sozusagen… Der Bisamapfel galt als ein nahezu universell einsetzbares Allheilmittel: Von den guten Düften, die dem Riechapfel entströmen, erhoffte man sich einen positiven Effekt auf die menschliche Gesundheit in den unterschiedlichsten Bereichen.

Seine Hochzeit hatte der Riechapfel daher – wie könnte es anders sein? – zu den Zeiten der großen Pest-Epidemien in Europa. Vielfach und in unzähligen Schriften wurden in dieser Epoche Bisamäpfel zum Schutz vor einer Pestinfektion empfohlen, unter Angabe unterschiedlichster Rezepturen: Sehr häufig mit Ambra und Moschus als Hauptkomponenten, was seinerzeit aber nur für wohlhabende Gesellschaftsschichten erschwinglich war; für materiell weniger begüterte Zeitgenossen gab es eigene Rezepturen mit Ingredienzien wie Labdanum, Nelken oder Muskatnuss.

Da man im Mittelalter allenfalls eine vage Ahnung davon hatte, wie sich Krankheiten überhaupt verbreiten, liest sich das einschlägige medizinische Schrifttum aus heutiger Sicht wie ein heiteres Ratespiel darüber, welche Duftstoffe wohl am besten gegen die Pest oder andere Krankheiten helfen könnten. Jeder Mediziner spann damals so seine ganz eigenen Theorien darüber, die er sich munter zusammenreimen konnte – und dafür, anders als etwa die Pharmaindustrie heute, keinerlei aufwändige Studien mit handfesten Wirksamkeitsnachweisen o.ä. anzustellen brauchte.  

Bisamapfel

Hündchen und Riechapfel: Kinderherz, was willst du mehr? Portrait von Clarissa de’ Medici (Tizian, 1542)

So konnte etwa der Schweizer Gelehrte Theodor Zwinger der Ältere im 16. Jahrhundert ohne weiteres aus der Hüfte heraus empfehlen, man solle Kranke immer erst eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang besuchen und dabei dann „einen höltzernen, durchlöcherten, mit Rauten, Wacholderbeeren und Angelica-Wurtzen angefüllten Knopff oder eine frische Zitrone und Pomerantzen“ bei sich tragen und häufig daran riechen. Wieso, weshalb, warum? Nichts Genaues weiß man nicht! Offenbar genügte es, dass es ein honoriger Gelehrter mit klangvollem Namen war, der diese Empfehlung aussprach. Und der wird im Zweifel ja wohl schon wissen, was zu tun ist…

Nicht weniger willkürlich konnte aber umgekehrt auch behauptet werden, dass ein Riechapfel eben gerade nicht gegen die Pest helfe. So riet etwa der Frankfurter Mediziner Johann Schröder, Verfasser des „Artzney-Schatzes“, eines der wichtigsten Arzneibücher des 17. Jahrhunderts in Mitteleuropa, von der Verwendung des Bisamapfels gegen Pestinfektionen ausdrücklich ab: „Was den Gebrauch in Pestilenzischer Lufft anbelangt , so ist zuwissen, daß das mumialische böse ferment durch die wolriechende Sachen eher erhalten dann untergetrücket wird, weil das Gifft unter lieblichen Sachen viel eher in die Lebens-Lufft eintringet und den Tod verursachet“.

Lalique - Halskette

… und so sieht die zeitgemäße 21.-Jahrhundert-Variante des Bisamapfels aus: Duft-Amulett der Lalique-Halskette mit Schwalbenmotiv und Keramikeinlage

„Zwei Mediziner – drei Meinungen“, könnte man also etwas süffisant (und mit einer gehörigen Portion neuzeitlicher Arroganz!) über die mittelalterliche Ärztezunft sagen. Ganz egal jedoch, ob Riechäpfel nun gegen Pest & Co. empfohlen wurden oder aber explizit davor gewarnt wurde, dass sie die Pestilenz sogar begünstigten: Aus all diesen heutzutage willkürlich anmutenden ärztlichen Mutmaßungen spricht dasselbe tiefgreifende, von abergläubischen Fehldeutungen durchzogene Unverständnis für das Wesen von Krankheiten und deren Übertragung, das erst zu späterer Zeit und durch die moderne medizinische Forschung – zum Glück! – überwunden werden konnte.

Dass auch nur ein einziger Mensch durch das Tragen eines Bisamapfels tatsächlich vor einer Pest- oder sonstigen Infektion geschützt worden wäre, lässt sich dementsprechend nicht belegen und ist vernüftigerweise kaum anzunehmen. Aber dass Bisamäpfel über Jahrhunderte hinweg vielerorts herrliche Düfte verbreiteten, ist vielfach überliefert. Die Rezepte mit zumeist rund einem Dutzend verschiedenen duftenden Inhaltsstoffen lesen sich oft kaum anders als die Duftnoten heutiger Parfums:  Besonders häufig darin zu finden sind (neben den beiden „Bisamapfel-Klassikern“ schlechthin, Ambra und Moschus) etwa Rosenblätter, Storaxharz, Labdanum, Gewürznelken oder Muskatnuss. Und wenn sie schon keine nachweisbare medizinische Schutzwirkung entfalteten, so gaben sie doch allemal und ohne jeden Zweifel wunderbare Düfte ab.

Der Bisamapfel ist somit ein aus der Parfümeriegeschichte nicht wegzudenkender Meilenstein; und eben dieser feiert nun, just im Jahre 2013, ein ebenso überraschendes wie fulminantes Comeback. Laliques „Bisamapfel“ freilich ist nicht so ein klobiges, schweres Ding, wie es die mittelalterlichen Riechäpfel häufig gewesen sind – sondern vielmehr ein leichtes, dezentes, filigranes Schmuckstück „mit Geschichte“, das der solchermaßen Beschenkten gewiss viel und lange (duftende) Freuden bereiten wird…

P.S.: Als Weihnachts-Geschenksets erhältlich sind die Damendüfte Perles de Lalique, Amethyst, Encre Noire pour Elle, Le Parfum – und die ganz aktuelle Lalique-Duftneuheit Satine.

Lalique - Christmas Sets