Die Bohne, die die Welt bedeutet: eine kleine Geschichte der Kaffeekultur

Mit der Coffee Break Collection und dem neuen Duft Golden Dallah zollt das Parfumhaus Xerjoff einem Meilenstein der Menschheitskultur Tribut: dem Kaffee. Die Düftekollektion begibt sich auf die Spuren alter Handelsrouten, auf denen über Land- und Seewege über Jahrhunderte hinweg große Mengen Kaffeebohnen transportiert wurden. Mit ihnen verbreitete sich nicht nur ein überaus schmackhaftes Getränk in der Welt – sondern auch eine eigene Lebensart.

“Kaffee”, sagte einmal der französische Staatsmann Charles-Maurice de Talleyrand, “muss heiß sein wie die Hölle, schwarz wie der Teufel, rein wie ein Engel und süß wie die Liebe.” Warum sich ein berühmter französischer Staatsmann zu einer Banalität wie Kaffee geäußert hat? Vielleicht ja, weil Kaffee gar nicht so banal ist … und weit mehr ist als nur ein Getränk.

Für viele Menschen ist Kaffeetrinken eine Philosophie, ein Lebensgefühl. Etwa so, wie es der arabische Scheich Abd-al Kadir im 16. Jahrhundert auf den Punkt brachte: “Wo Kaffee serviert wird, da ist Anmut, Freundschaft und Fröhlichkeit!” Oder jenes alte türkische Sprichwort, dem zufolge eine gute Tasse Kaffee 40 Jahre lang in Erinnerung bleibt. Oder der französische Schriftsteller Honoré de Balzac, der Kaffee einmal als das “schwarze Öl” beschrieb, “das allein diese fantastische Arbeitsmaschine immer wieder in Gang bringt”.

Kaffee als das Schmiermittel der Welt, das die große Maschine täglich am Laufen hält – das kann wohl fast jeder Freund des gepflegten Kaffeegenusses unterschreiben. Doch wer hat ihn eigentlich erfunden – den Kaffee? Oder, besser gefragt: Auf wen geht die geradezu bahnbrechende Entdeckung zurück, dass man aus den gerösteten Samen der Kaffeepflanze ein gar köstlich duftendes und schmeckendes Getränk brauen kann?

Kaffee-Verarbeitung

“Der Kaffee muss so heiß sein wie die Küsse eines Mädchens am ersten Tag, süß wie die Nächte in ihren Armen und schwarz wie die Flüche der Mutter, wenn sie es erfährt.” – Arabisches Sprichwort

Um den Ursprung des Kaffees ranken sich so manche Mythen. Laut einer der bekanntesten Legenden soll ein äthiopischer Ziegenhirte den Kaffee entdeckt haben. Demnach bemerkte er eines Tages, dass Ziegen, die von den Früchten einer Kaffeepflanze genascht hatten, auffallend munter wurden – und besonders lange wach blieben.

Ein anderer Mythos hingegen schreibt die Entdeckung einem gewissen Scheich Omar zu. Dieser soll einst im Jemen in eine entlegene Wüstenhöhle verbannt worden sein und dort aus Hunger Beeren gekaut haben, die er von einem nahe gelegenen Gebüsch gepflückt hatte. Der Legende nach fand er diese erst zu bitter und versuchte sie zu rösten, um ihren Geschmack zu verbessern – wobei sie ihm dann aber zu hart wurden. Daraufhin soll er sie mit Wasser gekocht haben, um sie wieder aufzuweichen. Und dabei soll dann ein braunes, angenehm duftendes Getränk entstanden sein: der erste Kaffee der Weltgeschichte!

Welcher der Geschichten man auch Glauben schenken mag – ihre Schauplätze jedenfalls weisen bereits darauf hin, aus welcher Region der Kaffee ursprünglich stammt: Aus dem Jemen oder, noch wahrscheinlicher, dem nahe gelegenen Äthiopien. Irgendwo in dieser Weltgegend wurden dereinst die ersten Kaffeebohnen geröstet und zu Kaffee aufgebrüht.

Äthiopien

Wiege der Kaffeekultur: Äthiopien

Und genau dort befand sich auch über Jahrhunderte hinweg ein florierendes Zentrum des internationalen Kaffeehandels: Die am Roten Meer gelegene jemenitische Hafenstadt Mokka, deren Name bis heute untrennbar mit Kaffee verbunden ist. Sie versorgte einst große Teile der Erde mit den Bohnen, die die Welt bedeuten (die im botanischen Sinne übrigens keine “Bohnen”, sondern Samen sind). Hier hatten zahlreiche Kaffee-Handelsrouten ihren Ausgangspunkt und von hier aus trat der Kaffee ab dem 16. Jahrhundert seinen fulminanten Siegeszug über den Globus an.

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Kunde von der Kaffeekultur, die bald schon zur Gründung zahlreicher Kaffeehäuser führte – zuerst auf der arabischen Halbinsel und in Ägypten, ab Mitte des 16. Jahrhunderts auch in der Levante und in Konstantinopel. Später eröffneten dann auch Kaffeehäuser in Venedig, Oxford, London, Amsterdam, Marseille, Paris, Wien, Bremen, Nürnberg, Hamburg und vielen weiteren europäischen Städten. Wahrscheinlich waren es venezianische Händler, die den Kaffee im 17. Jahrhundert ins christliche Abendland brachten.

Sechs Stadien der Kaffeeproduktion: Ernte, Schälen, Trocknen, Rösten, Abwiegen, Lagerung. Illustrationen aus dem Buch “Coffee: From plantation to cup. A brief history of coffee production and consumption” von Francis B. Thurber (New York, 1881).

Wie so viele kulturelle Neuerungen wurden auch der Kaffee und die Kaffeehäuser anfangs skeptisch beäugt. Im arabischen Mekka ebenso wie später auch in Konstantinopel gab es sogar zeitweilige Verbote des Kaffees und der Kaffeehäuser. Muslimische Geistliche befürchteten, der Kaffee könne eine ähnlich rauschhafte Wirkung entfalten wie der im Islam verbotene Wein. Aber auch die traditionell ziemlich lockeren und ungezwungenen Sitten in den Kaffeehäusern erweckten den Argwohn glaubensstrenger Sittenwächter.

Auch in Europa gab es anfangs allerlei Widerstände gegen das neue, sich rasch verbreitende Kult-Getränk aus dem Orient – ein Kult, der so manchem Regenten nicht so recht geheuer erschien. Mancherorts tobte ein regelrechter Kulturkampf zwischen Volk und Regierung um den Kaffee. Neben verschiedenen Edikten und Verbotserlassen gegen den Kaffee gab es auch Versuche, den Kaffeegenuss dem einfachen Volk “abzugewöhnen” und zu einem Privileg des Adels und der Geistlichkeit zu erklären – so etwa im Jahr 1777 in Paderborn.

Kaffee

“Außer der Philosophie weiß ich kein so gutes Treibmittel des Gehirns, als höchstens Schach und Kaffee.” – Jean Paul

Doch Kaffee war eben mehr als nur irgendein Getränk; Kaffee war eine Idee, deren Zeit gekommen war – und die sich schon deshalb nirgendwo lange aufhalten oder künstlich unterdrücken ließ. Und so wurden die Kaffeehäuser schon bald zu beliebten Treffpunkten, in denen kultivierter Kaffeegenuss und vielfältiges gesellschaftliches Leben zu einer ganz eigenen Lebensart verschmolzen.

In den Kaffeehäusern wurden Kontakte gepflegt, Neuigkeiten ausgetauscht, Debatten geführt, Brettspiele gespielt. Vielerorts sorgten auch Künstler, Dichter, Literaten, Musiker oder Geschichtenerzähler für kurzweilige Unterhaltung der Kaffeetrinker. Nicht von ungefähr wurden Kaffeehäuser seinerzeit auch als “Schulen der Erkenntnis” bezeichnet. Berühmt ist etwa das Pariser Kaffeehaus Procope, das als Treffpunkt der Philosophen der Aufklärung galt und in dem schon Voltaire gerne seine neuesten Gedanken und Schriften vortrug.

Kaffeehäuser

Historische Kaffeehaus-Szenen: Tunis (1), Istanbul (2, 3), England (4), Wien (5)

Kurz gesagt: In den Kaffeehäusern wurde dem Genuss, der Geselligkeit, dem Müßiggang, der Kommunikation und dem geistigen Austausch gefrönt. Aber auch so manches Geschäft wurde bei einem guten Kaffee verhandelt und besiegelt.

Zugleich hatten die Kaffeehäuser aber auch einen nicht zu unterschätzenden demokratischen Effekt: Hier trafen Angehörige verschiedener gesellschaftlicher Schichten ohne die sonst üblichen Standesschranken aufeinander. So locker wie in den Kaffeehäusern ging es sonst nirgendwo zu. Manchen Machthabern galten sie gar als Orte der Subversion und aufrührerischer Gesinnung, da hier recht unverblümt über politische und gesellschaftliche Fragen debattiert – und auch die Obrigkeit in sonst kaum gekannter Offenheit kritisiert wurde.

Kaffeehäuser Wien, Budapest

Kaffeehäuser in Wien (links), Budapest (rechts)

Vor diesem Hintergrund erließ etwa der englische König Karl II. im Jahr 1675 ein Verbot der Kaffeehäuser, da sie eine Brutstätte des Aufruhrs seien – was er aber schon wenige Tage später wieder zurücknahm. Ironischer Weise deshalb, weil andernfalls ein Aufruhr der Kaffeetrinker gegen das Verbot gedroht hätte.

“Diese Kaffeehäuser”, resümierte die deutsche Zeitung “Bildungsblätter” im Jahr 1806, “wurden bald ein Ort, wo sich Gelehrte, vorzüglich Dichter und andere Personen versammelten, um sich angenehm, ohne Aufwand, zu erholen und Bekanntschaften zu machen. Unvermerkt wurden die Versammlungen in diesen Häusern so zahlreich, daß sich indenselben Leute aus allen Ständen, auch wohl Hofbediente und selbst Männer vom ersten Range einfanden.” Laut dem Leipziger “Conversationslexikon für alle Stände” aus dem Jahr 1835 gab es seinerzeit bereits 6.000 Kaffeehäuser in Paris – und gar 9.000 in London. Rund zwei Jahrhunderte nach seiner Ankunft in Europa war der Kaffee also ganz angekommen.

Kaffee-Pflanze

Kaum zu erkennen: So sieht Kaffee aus, wenn er noch nicht geröstet und verarbeitet wurde

Hingegen kann man heute im jemenitischen Mokka, lange Zeit das Zentrum des internationalen Kaffeehandels, den Glanz alter Tage nur noch erahnen. Das Städtchen am Roten Meer ist mittlerweile ein Fischerdorf, in das nur ab und zu einmal noch ein paar Touristen kommen – und die herrschaftlichen Residenzen gut betuchter Kaffeebarone von einst versinken heute förmlich im Wüstensand.

Die große Zeit Mokkas als Kaffee-Metropole war das 16. und 17. Jahrhundert. Doch schon im 18. Jahrhundert verlor Mokka sukzessive sein Kaffee-Monopol. Vor allem die europäischen Kolonialmächte, allen voran die Niederlande, hatten daran einen entscheidenden Anteil: Sie verfügten damals über Besitztümer in anderen Erdteilen, die sich klimatisch ebenfalls hervorragend zum Anbau von Kaffee eigneten.

Da der Kaffeepreis und die Nachfrage nach Kaffee in Europa hoch waren, kam man bald auf die naheliegende Idee, den Kaffee selbst anzubauen – und zwar in verschiedenen Übersee-Kolonien. Und so verbreitete sich der Kaffeeanbau im 18. Jahrhundert rund um den Erdball: In Westindien, Sumatra, Java und Ceylon entstanden große Kaffee-Plantagen, später auch in Brasilien, Venezuela, Mexiko, China, Hawaii, Kuba, Costa Rica oder Haiti. Kaffee war damit eines der ersten Beispiele für das, was wir heute “Globalisierung” nennen.

Mokka

Handelsschiffe vor Mokka, 17. Jahrhundert: Die jemenitische Hafenstadt war lange Zeit das Zentrum des internationalen Kaffeehandels

Heutzutage wird Kaffee in großem Stil angebaut und gehandelt, in Mittel- und Südamerika, in Afrika, Südostasien, Ozeanien und Indien. Weltweit gibt es mehr als 100 Kaffeearten, von denen aber nur wenige für die Herstellung des begehrten Getränks verwendet werden – vor allem die beiden Sorten Arabica und Robusta, aber auch Liberica, Maragogype und Excelsa. Ihre vielfältigen Geschmacksnuancen reichen von erdig, würzig und nussig über holzig und herbbitter bis hin zu fruchtig, blumig, malzig, schokoladig oder karamellig.

Kaffee ist heute nicht mehr länger die “Bohne von Jemen” (wie er noch 1831 in der Zeitung “Morgenblatt für gebildete Stände” bezeichnet wurde), sondern ein globales Kulturgut geworden – und als solches sogar offiziell anerkannt von der UNESCO: 2011 erklärte sie die Wiener Kaffeehauskultur, 2013 auch den Türkischen Kaffee zum Weltkulturerbe.

Die Zubereitungsart “Türkischer Kaffee” ist übrigens auch als “Mokka” bekannt. Und so lebt der Kaffee-Ruhm jener Stadt, in der einst alles begann, auch heute noch weiter fort.

Kaffee

“Die beste Methode, das Leben angenehm zu verbringen, ist, guten Kaffee zu trinken. Und wenn man keinen haben kann, so soll man versuchen, so heiter und gelassen zu sein, als hätte man guten Kaffee getrunken.” – Jonathan Swift


Da ist Kaffee drin! Fünf Düfte für Genießer der braunen Köstlichkeit

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Mancera – Aoud Cafe ♦ Ein Genießer-Duft für Parfum-Gourmets… mit Noten von köstlichen Früchten, Ambra, Oud, Schokolade… und feinstem Kaffee.

J.U.S – Joyaux Uniques – Coffeeze ♦ Kostbares Oud aus Laos trifft auf die reichhaltigen Röstaromen von brasilianischem Santos-Kaffee.

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